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Mauerwerk & Beton

 

WIENERBERGER | 13. Mai 2017

Unverwechselbar: runde Klinkerfassaden

Mit seinen drei runden Grundrissfiguren und den verklinkerten Außenwänden wird der neue Supermarkt zu einem unverwechselbaren Bestandteil des Oldenburger Stadtteils Kreyenbrück. Die Fassade aus »Bockhorner Klinkern« von Wienerberger nimmt Anleihe an die Umgebungsbebauung. Zugleich vermittelt sie durch sorgfältige Planungsdetails, ausgewogene Proportionen und die nuancenreiche Farbgebung des Strangpressklinkers »Roßlau Wechsel­sortierung« einen eigenständigen architektonischen Eindruck.

Kein rechter Winkel: Dieser Einkaufsmarkt präsentiert sich in organischer Architektur. Die rot-braun-blau verklinkerte Fassade aus dem Bockhorner Klinker Roßlau Wechselsortierung wirkt auf den ersten Blick zurückhaltend und unterstreicht trotzdem die außergewöhnliche Gebäudeform. © Wienerberger / Jens Krüger

»Das Umfeld ist zum großen Teil durch Bauten der 1930er- und 1950er-Jahre mit den für Norddeutschland typischen Klinkerfassaden geprägt«, erläutert Lars Frerichs von neun grad architektur die Entstehung des Entwurfs.
Der Supermarkt entstand auf der Grundrissfigur von drei teilweise ineinandergeschobenen Kreisen als organische ­Architektur. Die Übergänge sind von organisch geschwungenem Sichtmauerwerk geprägt. Eingänge und Fenster passen sich der Gebäudegeometrie an: Die Architekten konzipierten sie als parabelförmige Bögen, scharfkantig in die Außenwände eingeschnitten.
Im Inneren erleben die Kunden einen überraschenden Raum­eindruck: Bei Höhen von bis zu 8 m wird ein Gefühl großzügiger Weite vermittelt. Direkt aus der Grundrissform des jeweiligen Baukörpers ergibt sich für die Kunden eine klare Wegeführung. Zugleich bieten die markanten Holzstützen in der Mitte eines jeden Kreises gute Orientierung.

Vormauerziegel mit lebendiger Struktur und Farbe

Für die Außenwand suchten die Architekten nach einem Vormauerziegel, der durch eine lebendige Struktur und Farb­gebung auf großen ungestörten Flächen eine markante Eigenwirkung entfalten kann. Bei der Bemusterung fiel die Wahl auf den »Bockhorner Klinker Roßlau Wechselsortierung« von Wiener­berger. Seine ungewöhnliche Optik lehnt sich an die Tradition des Ringofenbrandes an. Bei dieser alten Ziegeltechnik wandert das Feuer permanent im ringförmigen Ofen weiter und erzeugt dabei je nach Hitze und Einwirkungsdauer sehr unterschiedliche, zumeist rustikale Oberflächen.
Wienerberger adaptierte diese traditionelle Handwerkskunst für den Brand in modernen Tunnelöfen, sodass hochwertige Strangpressklinker mit charakteristischen Kohleausschmelzungen, Klebestellen und Sinterspuren hergestellt werden können. Die handverlesene Wechselsortierung der Chargen sorgt für ringofen­typische Farbschattierungen; für Oldenburg war ein rot-braun-blauer Farbkanon festgelegt worden. Das besondere Klinkerbild der Wechselsortierung wird erreicht, indem die Läufer- und Fußseite in einem Verhältnis von circa 70:30 als Sicht­seite vermauert wird.
Das an sich schon sehr rustikale Erscheinungsbild verstärkten die Architekten durch eine Vermauerung im wilden Verband. Regelmäßige Linien und Muster wurden bewusst vermieden. Gleichzeitig entfiel eine anspruchsvolle Flächeneinteilung für die Maurer, die dadurch schneller und wirtschaftlicher arbeiten konnten. Eine auffällige Regelmäßigkeit ließ sich selbst an den alle acht bis zehn Meter erforderlichen vertikalen Dehnungsfugen vermeiden, die optisch sehr diskret als Mäander-Fuge mit besandeter Silikonfüllung ausgeführt wurden.

Supermarkt mit hoher Energieeffizienz

Die in Form, Farbe und Fuge bewegten Ziegelflächen werden am oberen Mauerabschluss und am Übergang zu den parabelförmigen Eingangsbögen mit einem hellen Putzband gefasst, das einerseits für eine scharf umrissene Gebäudefigur sorgt und andererseits noch einmal die Nachbarbebauung der ehemaligen Kinderklinik mit ihren sandsteinfarbenen Fenstereinfassungen zitiert.
Die Außenwände erreichen einen U-Wert von 0,22 W/m2K, der in Kombination mit dem Wärmeschutz der Fenster und des Daches eine hohe Energie­effizienz ermöglicht. Hinzu kommt: Für die Beheizung wird die Abwärme der Kühltechnik in Kombination mit einer Luft-Wärmepumpe verwendet, um den Zuluftstrom innerhalb der ohnehin erforderlichen Lüftungsanlage zu erwärmen. Für den Betreiber des Supermarktes bedeutet das trotz großer und hoher Räume verhältnismäßig niedrige Heizkosten – und das über die gesamte Standzeit. Die wartungsarmen Klinkerfassaden aus gebranntem Ton sorgen überdies laut Hersteller dauerhaft für eine kostensparende Bestands­erhaltung.

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