baustoffPARTNER - Baubranche aktuell

Innenausbau

 

Wingburg | 23. Juni 2018

»Sophisticated Architecture« im Altbau: Schiebetüren sorgen für Raumwunder

Mit cleveren Ideen und der geschickten Ausnutzung jedes Winkels machten die Architekten Paola Bagna und John Paul Coss aus einer 54 m2 großen Altbauwohnung ein komfortables Zuhause für eine vierköpfige Familie. Möglich wurde dies unter anderem durch den Einsatz raumsparender Schiebetüren, die allesamt von Wingburg stammen und die Planer mit komfortablen und durchdachten Details überzeugten.

Wenn Wohnraum knapp ist, ist Kreativität gefragt: In einer Altbauwohnung in Berlin Moabit ermöglicht eine clevere Raumnutzung das harmonische Zusammenleben einer vierköpfigen Familie auf 56 m2. © Wingburg

Raum wird in einigen deutschen Städten zunehmend das teuerste Gut. Damit werden Wohnungen nahezu unerschwinglich für Menschen mit niedrigem, aber auch mit mittlerem Einkommen. Gerade für Familien wird das zum Problem. Hier sind kreative Lösungen gefragt.
Inmitten des Berliner Stadtteils Alt-Moabit befand sich im Dachgeschoss eine typische Berliner Zwei-Raum-Altbau-Wohnung mit 54 m2. Ein kleiner Flur, mit Küchenzeile winzigem Bad sowie zwei hintereinander folgende Räume.
Die Aufgabe für Paola Bagna und John Paul Coss bestand nun darin, aus diesem schwierigen Grundriss eine Wohnung für eine Familie mit zwei Kindern zu schaffen – mit Wohnbereich, Schlafbereich, Kinderzimmer ausreichend großer Küche und Familienbad.

Alte Wände entfernt und Trockenbauwand gesetzt
Erste Maßnahme war die Entfernung der alten Badezimmerwände. Stattdessen sind nun die ehemalige Nasszelle und der Küchenbereich durch Einziehen einer neuen Trockenbauwand zu einem großen Bad zusammengefasst, das sogar Platz für eine Badewanne bietet.
Der Flur ist breiter und wurde durch eine Küchenzeile in eine Art Flurküche umgewandelt. Wird dieser Bereich gerade nicht zur Zubereitung von Speisen benötigt, verschwinden Herd und Spüle unter herunterklappbaren Deckeln. Auch der Wasserhahn lässt sich einklappen! So verschwindet der Eindruck, sich in einer Küche zu befinden, völlig.
Auf der gegenüberliegenden Seite nutzen maßgefertigte Einbauschränke mit Arbeitsfläche jeden verfügbaren Zentimeter als Stauraum für Küche und Garderobe. Auch in den übrigen Räumen machen Einbauten jede Nische als Unterbringungsmöglichkeit nutzbar. Über Dachfenster fällt natürliches Licht in Küche und Bad ein, während Lichtleisten, die in den freigelegten Dachbalken versenkt sind, abends für Helligkeit sorgen.

Zentrales Planungselement: Schiebetüren von Wingburg, die in geschlossenem Zustand für Privatsphäre im elterlichen Schlafzimmer sorgen und im geöffneten Zustand in der Wand verschwinden. © Wingburg

Oberlichter sorgen für viel natürliches Licht
Von der Küche aus betritt man den Hauptraum, in dem sich das Familienleben abspielt – die Wohndiele. Sie entstand durch Abtrennung von dem größeren der beiden ursprünglichen Zimmern mittels einer weiteren Trockenbauwand. Eine eingebaute Sitzecke und ein Holzofen sorgen für gemütliche Atmosphäre. Hier finden das Essen, Hausaufgaben und gemeinsame Familienabende statt.
Allerdings ist das einzige Fenster im anderen Teil des Raumes, dem Schlaf- und Arbeitszimmer. Um dennoch möglichst viel natürliches Licht in den Gemeinschaftsbereich zu leiten, erstrecken sich drei große Oberlichter über nahezu die gesamte Wandlänge.
Helligkeit ist generell das zentrale Thema bei diesem Umbau. Eine besondere Rolle spielt dabei auch die Tür zwischen Schlafzimmer und Wohndiele: Die Schiebetür verschwindet tagsüber bündig in der Wand, sodass die beiden Räume als zusammengehörig wahrgenommen werden und noch mehr Tageslicht in die Diele geleitet wird. Geschlossen sorgt die Tür für die nötige Privatheit im elterlichen Schlafzimmer.

Das Modell »Belport« hat eine Spachtel­zarge,
die durch Verspachteln mit kunststoffvergütetem Spachtel
auf Bewehrungsstreifen zu einem Teil der Wand wird.
Der hier eingesetzte Typ »B1TK-H« ist speziell für Trockenbauwände entwickelt und ab Werk
auf den Einbau von Holztüren optimiert. © Wingburg

Verspachtelte Zarge macht Schiebetür zum Teil der Wand
Paola Bagna und John Paul Coss planten hier mit einem Einbauelement von Wingburg. Das Modell »Belport« verfügt werksseitig über eine Spachtel­zarge, die durch Verspachteln mit kunststoffvergütetem Spachtel auf Bewehrungsstreifen zu einem Teil der Wand wird. Der hier eingesetzte Typ »B1TK-H« ist speziell für Trockenbauwände entwickelt und ab Werk auf den Einbau von Holztüren optimiert.
Zusätzlich verfügt das Element über einen integrierten Kabelkanal. Er ermöglicht es, Lichtschalter und Steckdosen direkt neben der Türöffnung zu platzieren – also auch im Bereich der Wandtasche – ohne dass elektrische Leitungen am Türblatt scheuern können oder gar den Lauf der Tür behindern.

Komfortausstattung lässt Schiebetür »verschwinden«
»Belport«-Elemente gibt es in Ausführungen mit unterschiedlichen Komfortzubehören, die ab Werk in der Laufschiene verbaut sind. In der Altbauwohnung in Berlin Moabit kam die Ausstattungsvariante »Exklusiv« zum Einsatz. Sie ermöglicht, das Türblatt bündig mit der Wandöffnung in der Wand zu parken. Durch Drücken des Türblattes fährt die Tür wieder aus der Parkposition.

Das »Belport«-Element in der Ausstattungsvariante »Exklusiv« ermöglicht, das Türblatt bündig mit der Wandöffnung in der Wand zu parken. Durch Drücken fährt die Tür wieder aus der Parkposition. © Wingburg

Auch das Oberlicht ist – im Gegensatz zu herkömmlichen Konstruktionen – durch die Einbauelemente von Wingburg leicht und groß zu realisieren. Die Architekten zeigen sich von diesem System begeistert: »Solche Produkte helfen uns wirklich sehr, ›sophisticated architecture‹ zu realisieren.«

Kinderzimmer mit Podest und Schlafempore
Für zusätzliche Helligkeit in der gesamten Wohnung sorgen die weißen Oberflächen, mit denen sämtliche Einbauten ausgestattet sind – strukturiert allein durch die Multiplex­flächen an den Schmalseiten der Regalbretter. Buntheit in der Wohnung zu erzeugen, ist die Aufgabe der Einrichtungsgegenstände – und der Kinder.
Ihr Zimmer ist mit einem Schlaf- und Spielpodest unter dem Fenster ausgestattet. Es erstreckt sich über die gesamte Raumbreite und bietet viel Stauraum für Bettzeug und Spielsachen. Später wird von hier eine Treppe auf die bereits eingebaute Schlafempore in 2 m Höhe führen. So nutzten Paola Bagna und John Paul Coss das Raumpotenzial der 3,20 m hohen Räume voll aus.
Transparenz und Offenheit sind die passenden Bezeichnungen für das Zusammenleben in dieser Wohnung. Sind Kinder- und Schlafzimmer geöffnet, bieten sich überall unterschiedliche Blickbeziehungen. Und man steht in ständigem Kontakt zueinander. Dies muss zur Kultur innerhalb der Familie passen – den Bewohnern in Berlin Moabit gefällt es sehr.