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Innenausbau

 

KEIMFARBEN | 21. Oktober 2017

Neuanfang mit »Corbusier«-Farben

Das Hamburger Hotel »Wedina« hat ein umfassendes Facelift erhalten, bei dem Farbe eine zentrale Rolle spielt. Die Fassade macht in leuchtendem Rot auf sich aufmerksam und jedes Zimmer zeigt sich in einem anderen, meist sehr kräftigen Ton. Architekt Dirk Michel vertraute dabei auf die ausgewogene Farbpalette von Le Corbusier, die Hersteller Keim in mineralischer Qualität liefert.

In den größeren Zimmern des Hotels »Wedina« überwiegen die kräftigeren Töne der »Corbusier«-Frabpalette, die Hersteller Keim in mineralischer Qualität liefert. © Keimfarben

Die Schriftsteller Martin Walser und Henning Mankell gehören zu den prominentesten Gästen des Hotels »Wedina«. Das Haus im Hamburger Stadtteil St. Georg, nur wenige Schritte von der Alster entfernt, ist kein anonymer Betrieb einer internationalen Kette, sondern strahlt ein hohes Maß an Individualität aus und verteilt sich auf mehrere Gebäude, teils Alt-, teils Neubauten, sodass kaum ein Zimmer dem anderen gleicht.
Als eine grundlegende Sanierung des Haupthauses anstand, galt es, das Flair des Eigenwilligen fortzuschreiben und zu betonen. Architekt Dirk Michel setzte dabei auf das Thema Farbe: Das beginnt schon bei der Fassade, die sich jetzt vollflächig in zwei leuchtenden Rottönen präsentiert und wie ein Ausrufezeichen in der Straße wirkt. Um dennoch eine gewisse Zusammengehörigkeit anzuzeigen, ähneln sich die beiden Farbtöne – zwei Nuancen von Rot – und die Faschen des einen Hauses sind jeweils im Rotton des anderen Hauses gestrichen.

Verfeinerte Fassade

Damit sich die beiden Töne nicht beißen, griff Dirk Michel auf die »polychromie architecturale« zurück, Le Corbusiers System aus 63 Farben, die sich beliebig miteinander kombinieren lassen, ohne dass jemals ein Missklang entsteht. Das höhere der beiden Häuser bekam den Ton »4320A«, ein feuriges Zinnoberrot, das andere »32090«, ein etwas dunkleres, tieferes Rot.
Einziger Hersteller der »Corbusier«-Farben ist nach eigenen Angaben inzwischen das Unternehmen Keim. Seit Kurzem liefert es die Kollektion unter dem Namen »polyChro extérieur« als Fassadenfarbe in mineralischer Qualität, was gerade bei hochgesättigten Tönen wie beim Hotel »Wedina« von Vorteil ist: Wegen des transparenten Bindemittels Wasserglas treffen Lichtstrahlen ungehindert auf die Pigmente und es entsteht ein besonders intensiver Farbeindruck, wie er mit Dispersionsfarben wegen deren milchigem Bindemittel nicht möglich ist.
Durch den Einsatz anorgani­scher Pigmente sind die Mineralfarben von Keim nach eigenen Angaben zudem außer­ordentlich lichtecht und verblassen nicht. Damit wird der neuen Hotelfront erspart bleiben, was ihre Vorgängerin erleben musste: Deren Rot wirkte zuletzt stark verwaschen.

Farbintensives Interieur

Auch das Innere des Gebäudes hat sich stark verändert. Es gibt nun größere Hotelzimmer, dafür sind es insgesamt ein paar weniger. Jedes ist wegen des verwinkelten Altbaus ein bisschen anders: Mal führen hinter der Tür einige Stufen hinab in den Raum, mal bildet ein erhöhtes Podest vor dem Fenster eine Leseecke mit Sessel, mal blickt der Gast durch offenes Gebälk unter das schräge Dach.
Architekt Michel hat diese Vielfalt noch zusätzlich hervorgehoben, indem er jedem Zimmer eine andere Farbe gab. Auch hierfür bedient er er sich der Palette Le Corbusiers, allerdings kamen die mineralischen Keim-Innenraumfarben »polyChro intérieur« zum Einsatz.
Nachdem die Wände verputzt, glatt gespachtelt und geschliffen waren, erhielten sie ihren Anstrich. Auf der Beletage und in den Zimmern, die bis unters Dach reichen, also in den Räumen mit großzügiger Höhe, finden sich dunklere Töne, während die kleineren Zimmer mit helleren Farben gestaltet sind. Michel gab dabei stets den satten, kraftvollen Tönen wie einem Rubinrot oder einem Sonnenblumengelb den Vorzug. Nur wenige Zimmer sind in den zarteren Nuancen wie einem beigegrauen Umbra gehalten, die Le Corbusier ebenfalls in sein System aufgenommen hatte.

Gleiches Oberflächen-Material

Weil die jeweilige Farbe nicht nur alle Wände, sondern auch die Heizkörperbekleidungen bedeckt, prägt sie den Raumeindruck. Das restliche Interieur zeichnet sich durch äußerste formale Zurückhaltung aus. Fast alle Oberflächen im Raum bestehen aus nur einem Material: Eichenholz. Es wurde für Bodendielen, Türen, Einbauschränke, Betten, Treppenstufen, Fensterrahmen und die Faltläden verwendet, die anstelle von Vorhängen für Sichtschutz an den Fenstern sorgen.
Die farbenfrohe Gestaltung der Zimmer kommt auch dadurch zur Geltung, dass alle Erschließungszonen außer dem Treppenhaus in einem neutralen Grau gehalten sind. Bei den Zimmertüren findet sich zwischen Rahmen und Wandfläche eine extrabreite Fuge, die in der Farbe des dahinterliegenden Zimmers gestrichen ist – quasi als kleiner Vorgeschmack.

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