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Skylux | 21. Juli 2018

Lichtbänder bringen Tageslicht in Büro und Produktion

Die Nutzung von Tageslicht durch den Einbau entsprechender Lösungen in gewerblichen Gebäuden bietet viele Vorteile: Lichtbänder schaffen eine gute Arbeitsatmosphäre, steigern die Leistungsfähigkeit, reduzieren Arbeitsunfälle durch eine gute Ausleuchtung, sorgen durch Lüftungsmöglichkeiten für ein angenehmes Raumklima und sind wesentlicher Bestandteil eines vorbeugenden Brandschutzes. Auch wirtschaftlich sind sie attraktiv.

Das Lichtband von Skylux versorgt die Räume mit Tageslicht und sorgt für angenehme Temperaturen im Gebäude. © Skylux

Die Nutzung von kostenlosem Tageslicht, das an über 80 % aller Tage im Jahr morgens bis abends zur Verfügung steht, spart Kosten. Gerade da Menschen heute, im Vergleich zu früheren Generationen, den weitaus größten Teil ihrer Zeit in geschlossen Räumen verbringen, ist die positive Wirkung von ausreichend Tageslicht entscheidend für das persönliche Wohlbefinden, die Leistungsfähigkeit und die Arbeitssicherheit. Das belgische Unternehmen Skylux entwickelt und produziert seit über einem halben Jahrhundert innovative Lichtkuppeln und Lichtbänder.

Offene Struktur und alles unter einem Dach
Ein Beispiel für den Einsatz von Skylux-Lichtbändern ist der viergeschossige Neubau des Headquaters eines international tätigen IT-Unternehmens in der Nähe von Kortrijk in Belgien. Das Gebäude im Industriepark Evolis liegt verkehrsgünstig direkt an der Autobahn zwischen Kortrijk und Gent. Das Unternehmen »Trustteam« beschäftigt über 150 Mitarbeiter und bietet seinen Kunden einem 24 Stunden-Rund-um-Service.
Der Neubau mit seiner markanten schwarzen Fassade auf dem 9 000 m² großen Grundstück bietet ausreichend Platz für Büroarbeitsplätze, das Datenzentrum, eine Montagehalle sowie ein Lager unter an einem Dach. Das viergeschossige Gebäude mit einem L-förmigen Grundriss hat eine attraktive Struktur mit unterschiedlich großen Ebenen und einer teilweise offene Fassadenstruktur.
Für die Beleuchtung mit Tageslicht und die Belüftung der fensterlosen Halle entschieden sich die Architekten für den Einsatz eines Lichtbandes mit Rauch-Wärme-Abzug (RWA). Zum Einsatz kam ein Lichtband (»Skylux Cintralux EP 10/10 Alu Lichtband«) mit Öffnungssystemen für den Rauch-Wärme-­Abzug (»Cintramax CE«-Öffnungssystem) mit elektrischen Steuerungssystemen.

Die Montage der Öffnungssysteme für den Rauch-Wärme-Abzug (RWA) mit elektrischer Steuerung erfolgt direkt in das bereits eingebaute Lichtband. © Skylux

Verschiedene Systeme für RWA integrierbar
Das Lichtband aus extrudierten Aluminium Profilen wird mit einer festen Kunststoffverglasung hergestellt. Die Verglasung aus jeweils zwei Polycarbonat Stegplatten (10 mm Stärke / Plattenbreite 1050 mm) haben einen nach eigenen Angaben sehr niedrigen Ug Wert 1,2 (EN ISO 6946), ist demnach schnell zu montieren und verfügt über eine gute Lichtdurchlässigkeit. Ein weiterer Vorzug dieser Modellausführung ist laut Hersteller die Möglichkeit der Integration von Öffnungssystemen (pneumatisch oder elektrisch) für Rauch-Wärme-Abzug (RWA) sowie die bedarfsorientierte Lüftungsmöglichkeit.
Die Planer entschieden sich für eine elektrische Ausführung der RWA mit einer zentralen Hauptsteuerung (»Skycom Master CE Zentrale«) und einer Erweiterungssteuerung an jedem Öffnungselement (»Skycom CE Slave«). Mit dieser Kombination werden die europäischen Normen voll umfänglich erfüllt und der Brandschutz sichergestellt.

Öffnungselement für RWA und Temperatursteuerung
In das »Cintralux«-Lichtband wurden Öffnungselemente für die tägliche Lüftung und als Rauch-Wärme-Abzug für einen möglichen Brandfall eingebaut. So können Rauch, Gase und Hitze nach außen strömen, die Raumtemperatur sinkt, die Baukonstruktion hält länger stand und eine Evakuierung des gebäudes ist möglich. Die Brandkuppeln mit Scherensystem werden als fertigmontiertes Bauteil geliefert und an der Innenseite des Aufsatzkranzes montiert. Jedes RWA-Element hat eine Länge von 2 m und wird von zwei 24 V-Motoren gesteuert.
Im Gebäude wurden drei »Cintramax CE«-Öffnungssysteme mit einer »Skycom Master«-Hauptsteuerung als Zentrale sowie drei Erweiterungssteuerungen »Skycom CE Slave« an den Öffnungselementen eingebaut. Für den Betrieb der drei Öffnungselemente ist nur eine zentrale Steuereinheit, die direkt im Eingangsbereich des Gebäudes angebracht wird, erforderlich und pro Rauchabzugskuppel wird eine »Slave«-Zentrale direkt unter dem Lichtband am Aufsatzkranz montiert.
Über die »Master«-Zentrale ist auch eine manuelle Öffnung der RWA-Elemente für die Entlüftung möglich. Im Brandfall oder bei einem Temperaturanstieg von über 75 Grad Celsius öffnen sich die Elemente selbsttätig oder können durch die Feuerwehr über die Steuerungseinheit bedient werden. Auch bei einem Stromausfall ist die Funktion für 72 Stunden durch zusätzlich eingebaute Batterien gesichert.

»Für die Montage von Lichtbändern muss ein stabiler Aufsatzkranz aus Holz oder Metall montiert werden. Das Lichtband wird von uns in der Produktion exakt auf das ermittelte Maß gefertigt, daher sind die bestellten Maße auf jeden Fall einzuhalten. Der Aufsatzkranz darf nicht verformbar sein und muss eine Mindesthöhe von 15 cm haben. Wichtig bei den Dichtungsarbeiten ist zu beachten, dass die Dachabdeckung komplett bis oben an den Aufsatzkranz angebracht wird und dass der Kranz bis an das Tageslichtmaß verkleidet wird.«
Davy Debels
Skylux-Chefmonteur

Das Lichtband der Serie »Cintralux«
mit den Rauch-Wärme-Abzug Systemen erfüllt alle ­europäischen Brandschutz-Normen und ­ermöglicht auch eine bedarfsorientierte Lüftung. © Skylux

Montage von Lichtbändern in drei Arbeitsschritten
Mit der Bauausführung des »Trustteam«-Gebäudes wurde das Unternehmen Myldes aus Kortrijk beauftragt. Das Bauunternehmen hat auch den Aufsatzkranz für das Lichtband auf dem Dach der Halle eingebaut, auf dem das Skylux-Montageteam anschließend das Lichtband und die »Cintramax«-Öffnungselemente montiert hat. Das Skylux-Montageteam um Chefmonteur Davy Debels baut seit über 20 Jahren in Belgien Lichtbänder und Lichtkuppeln des Tageslichtspezialisten Skylux ein.
Dabei gehen die Profis stets nach denselben Arbeitsschritten vor: Zuerst erfolgt die technische und optische Kontrolle des Aufsatzkranzes. Dazu gehören die Prüfung der Außenmaße, Dachdichtung, Parallelität und Winkel. Im ersten Arbeitsgang werden die Endabschlussprofile auf dem Aufsatzkranz mit den mitgelieferten Schrauben und Neopren-Dichtungen montiert.
Dann folgt die Befestigung der Längsprofile auf dem Aufsatzkranz sowie die Abdichtung der Nähte. Anschließend können die U-Profile für die Montage der Innenschale am Endabschluss und die Seitenpaneele eingebaut werden.
Beim Zuschnitt und der Endmontage der Platten sowie beim Abdichten an den Enden mit Klebeband ist der seitenrichtige Einsatz zu beachten. Danach können die Zwischen- und Unterbögen sowie die Stegplatten montiert werden.

Einbaumethode je nach Spannbreite des Lichtbandes
Bei Lichtbändern mit kleinen Spannbreiten werden die Unterbögen nur eingeklemmt. Bei größeren Abständen oder Spannbreiten müssen die Unterbögen zusätzlich mit Edelstahlbolzen durch die vorgebohrte Öffnung am Längsprofil befestigt werden. Die Bolzen dürfen bei der Montage noch nicht vollständig angezogen sein, da im nächsten Schritt die Stegplatten in das Längsprofil geschoben, anschließend vorschichtig zur gegenüberliegenden Seite gebogen und dort genauso befestigt werden. Anschließend erfolgt die Montage der Zwischen- und Oberbögen. Das ist auch schon alles.