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CEMEX | 19. Mai 2018

Baustofflösungen für Sportanlagen und dichte Keller

Beim diesjährigen »BetonForum« am Schwilowsee bei Potsdam hat Cemex ein neues Produkt aus dem Geschäftsbereich Mineralische Rohstoffe vorgestellt: »neogem« eröffnet vielfältige Möglichkeiten im Sportbereich sowie im Garten- und Landschaftsbau. In einer umfangreichen Ausstellung konnten sich die rund 200 Teilnehmer über weitere Cemex-Produkte informieren und sich mit Experten austauschen.

An vielen Ständen konnten sich die Besucher über die Produkte von CEMEX und ihre Anwendungsmöglichkeiten informieren. © CEMEX Deutschland AG / Stephan Otto

Als aktuelles Beispiel der internationalen Produktentwicklung von Cemex wurde »neogem« vorgestellt, laut Hersteller ein Premiumprodukt aus dem Geschäftsbereich Mineralische Rohstoffe. »›neogem‹-Produkte schaffen besonders günstige Bedingungen im Sportbereich«, erläuterte Maximilian Stalinski, Regionalleiter Mineralische Rohstoffe Nord. »Sie ermöglichen neue Gestaltungsideen im Garten- und Landschaftsbau und werden in verschiedenen industriellen Bereichen eingesetzt.«
Eine umfangreiche Ausstellung gab den Teilnehmern des »BetonForum« die Gelegenheit, sich über das Cemex-Produktangebot zu informieren und sich mit den anwesenden Experten auszutauschen.
Rüdiger Kuhn, Vorstandsvorsitzender der Cemex Deutschland AG, betonte, dass die bedarfsgerechte Entwicklung neuer Produkte und Lösungen, die Beratung bei bau­stofftechnologischen Fragen und das Fachwissen der Mitarbeiter wichtige Teile des Leistungsangebots sind. In den nächsten Monaten werde Cemex weltweit die neue digitale Kundenplattform »Cemex Go« einführen, kündigte Kuhn an. Damit können relevante Kundenprozesse digital verarbeitet werden – die weltweite Einführung einer solchen Plattform ist nach eigenen Angaben eine Premiere in der Bauwirtschaft.
Günstiger Wohnraum für alle
Im Vortrag »Bauen mit Carbonbeton« befasste sich Dipl.-­Ing. Steffen Müller, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität Dresden, mit Kurzfaserbewehrung, faserbewehrten Kunststoffstäben und textilen Bewehrungsmatten aus Carbon anstelle von Stahl. Die extrem leichte Carbonbewehrung biete neue konstruktive Möglichkeiten. Da keine Korrosionsgefahr besteht, kann die Betondeckung stark verringert werden und es entstehen schlanke Bauteile, die der Architektur eine ganz neue Formensprache ermöglichen. Die Normung für Carbonbeton, so das Ziel, solle bis 2021 vorangetrieben werden.
Der Vizepräsident der Bundesarchitektenkammer, Joachim Brenncke, beschrieb die aktuellen Herausforderungen in Stadtplanung und Städtebau. Kostengünstiger Wohnraum fehlt in Ballungsgebieten, das gilt vor allem in Städten mit hoher Zuwanderung und in Universitätsstädten. In diesem Segment werde seit Jahren zu wenig Wohnraum geschaffen, es müssten über 1 Million Wohnungen gebaut werden, um den aktuellen Bedarf zu decken. Es müsse immer darum gehen, Wohnraum für alle gesellschaftlichen Gruppen zur Verfügung zu stellen, aber gleichzeitig ein funktionierendes Wohnumfeld zu organisieren.
Überarbeitete WU-Richtlinie
Dr. Christoph Alfes, Leiter Betontechnik und Carbonbeton beim Deutschen Ausschuss für Stahlbeton e. V. (DAfStb), referierte über WU-Richtlinie. Im Zuge der kürzlich erfolgten Überarbeitung wurden auch die Begriffe angepasst: statt von »weißer« Wanne spricht man jetzt von »WU-Wanne« und »WU-Dächern«.

»Der ›Cemex-Förderpreis Beton‹ und die ›BetonForen‹ von Cemex Deutschland sind ein wesentlicher Beitrag zur Förderung des technischen Fortschritts in der Betonbauweise und stehen auch für das nationale Engagement des Unternehmens.«
Rüdiger Kuhn, Vorstandsvorsitzender Cemex Deutschland

Wesentliche Änderungen in der WU-Richtlinie 2017 sind die stärkere Betonung der Planung als verantwortlicher Instanz, die neu aufgenommenen Regelungen für WU-Dächer sowie strengere Anforderungen bei WU-Elementwänden. Für Alfes steht fest: »Die Anwendung der WU-Richtlinie für hochwertig genutzte Untergeschosse erfordert ein Umdenken bei der Anwendung der Entwurfsgrundsätze vom Bemessen zum zwangsarmen Konstruieren.«
Nicht nur in Zeiten der Hochkonjunktur steigt die Nachfrage nach Baustoffen mit schneller Gebrauchstauglichkeit. Dabei geht es auch um die, dem jeweiligen technologischen Bauablauf und der vorgesehenen Nutzung angepassten Festigkeitsanforderungen. Am Beispiel Verkehrswegebau sowie des Hochbaus zeigte Benjamin Sell, Application Engineer Cement & Concrete der Cemex Zement GmbH, entsprechende Lösungsmöglichkeiten mit »Promptis« auf.
Diese Baustofflösungen, so Sell, können auf das jeweilige Anforderungsprofil (Steigerung der Produktivität von Betonfertigteilwerken, frühe Verkehrsfreigabe oder kurze Schalfirsten) abgestimmt werden. Der damit verbundene technologische und/oder wirtschaftliche Vorteil für den Kunden ist durch geeignete Kontrollmaßnahmen nachzuhalten.

Komplexität der Kombination
Betone sollen mit möglichst hoher Wahrscheinlichkeit während der geplanten Nutzungsdauer die an sie gestellten Anforderungen erfüllen. Eine Kombination aus verschiedenen – teilweise sich überschneidenden – betontechnologischen Maßnahmen soll sicherstellen, dass das System letztendlich dauerhaft ist. Am Beispiel Brückenkappen, die verschiedenen Belastungen wie Frost-Tausalz-Angriff auf den Beton, Chloridangriff auf die Bewehrung und Alkalieintrag von außen ausgesetzt sind, zeigte Dr.-Ing. Katrin Bollmann, Leiterin des Baustofflabors der Cemex Deutschland AG, die Komplexität des Lösungsfeldes auf.
Klimaveränderungen sowie der Schutz und die Nutzung natürlicher Ressourcen standen im Mittelpunkt des Beitrags von Christian Kalytta, Produktmanager Transportbeton, zum Thema Dränbeton. Die Versiegelung von Flächen infolge von Baumaßnahmen ist auch vor diesem Hintergrund, ein zentrales Problemfeld. »Beim Bau von Straßen oder der Befestigung von Flächen kann die von Cemex angebotene Dränbeton-Produktfamilie ›Pervia‹ als Trag- oder Deckschicht eine umweltgerechte Lösung bieten«, betonte er. So kann auch beim Auftreten von Starkregen das Regenwasser ungehindert in den Boden versickern, der natürliche Wasserkreislauf bleibt erhalten. Als Tragschicht sichern Dränbetone die bauseitige Ableitung von Grund- oder Oberflächenwasser. Beim Bau der BAB 100 in Berlin kommen beispielsweise ca. 30 000 m³ Dränbeton als Tragschicht zum Einsatz.
Das »BetonForum« 2019 wird in Hamburg (21.02.2019), Potsdam (21.03.2019) und München (11.04.2019) stattfinden.


Betonabdichtung mit »orange wanne«

Als Abdichtungsmaterial
dienen Fugenbleche,
Ortbetonsollriss-
Elemente und
Mauerstärken. © CEMEX Deutschland AG / Erich Sobolewski

Zehn Jahre Gewährleistung auf die Wasserundurchlässigkeit eines Kellers, der nach dem Abdichtungskonzept »orange wanne« hergestellt ist – das verspricht der Hersteller Bauherren und Verarbeitern. Soll der Keller als zusätzliche Wohnfläche genutzt werden, ist nach der Richtlinie »Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton« (WU-Richtlinie) bei einem Keller der Nutzungsklasse A »Wasserdurchtritt in flüssiger Form […] nicht zulässig, Feuchtstellen auf der Bauteiloberfläche als Folge von Wasserdurchtritt sind auszuschließen.« Nutzungsklasse A stellt den Standard im Wohnungsbau dar, dies auch vor dem Hintergrund, dass bei der Nutzungsklasse B ein begrenzter Wasserzutritt zulässig ist.
Es werden zwei Beanspruchungsklassen unterschieden: In die Klasse 1 ordnet die WU-Richtlinie drückendes, zeitweise aufstauendes und nichtdrückendes Wasser ein. Sie stellt die stärkere Beanspruchung eines Bauteils dar. Das Abdichtungssystem »orange wanne«, das die Cemex Deutschland AG zurzeit ausschließlich in Bayern vertreibt, erfüllt nach eigenen Angaben die hohen Anforderungen der Beanspruchungsklasse 1 und der Nutzungsklasse A.
Der umfassende Ansatz beruht laut Hersteller auf einem abgestimmten Zusammenwirken der einzelnen Komponenten: Ergänzung der vom Auftraggeber eingereichten Statik, Baustoffauswahl, Abdichtungstechnik und Qualitätssicherung stammen aus einer Hand, die Bauausführung liegt in der Verantwortung des jeweiligen Bauunternehmers. Das System eignet sich für unterschiedliche Wasser- und Bodenverhältnisse und für individuelle Kellergrundrisse.
Nordin Benattia, Coordinator Special Product Systems der Cemex Deutschland AG: »Die Planung basiert auf der systematischen Abdichtung aller Fugen. Die verwendeten Cemex-Produkte und -Produktsysteme sind güteüberwacht und erfüllen die Anforderungen der WU-Richtlinie. Das Abdichtungsmaterial wurde speziell für uns entwickelt und hat ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis. Alle verwendeten Produkte bewähren sich seit Jahren im Kellerbau. Wir schaffen so die Grundlage für die Nutzungsklasse A auch bei der Beanspruchungsklasse 1.«
Fazit des Herstellers: Das System »orange wanne« erfüllt alle Ansprüche an einen modernen WU-Keller auf sichere und wirtschaftliche Weise, es entspricht den hohen Anforderungen der WU-Richtlinie und es schließt weitergehende Qualitätsansprüche ein.
Beim Betonabdichtungssystem »orange wanne« geht es um das Zusammenspiel von vier Aspekten:

1. Planung und Konzepterstellung:
Cemex berät auf Basis der vorhandenen Planungsunterlagen und fertigt unter Berücksichtigung der Wasser- und Bodenverhältnisse die »orange wanne«-Planung an. Zunächst wird eine individuelle Abdichtungstechnik konzipiert, bei der auch eine Bemessung des Kellers vorgenommen wird: Fundamentplatte und die Wände für eine Ausführung in Stahlfaserbeton werden in Kombination mit herkömmlichem Betonstahl statisch neu berechnet. Darüber hinaus legen sie beton- und ausführungstechnische Maßnahmen fest.
Damit das Kellerbauwerk Nutzungsklasse A entspricht, setzt die »orange wanne« den Entwurfsgrundsatz einer Vermeidung von Trennrissen, den die WU-Richtlinie als anspruchsvollsten Grundsatz definiert, um. Außenhautabdichtung und Dränage sind nicht erforderlich.

2. Transportbeton:
Die Bodenplatte der »orange wanne« wird aus Stahlfaserbeton »faton« in Kombination mit Zulagen aus Betonstahl erstellt. Für die Ortbetonkellerwände bietet sich ebenfalls »faton« an. Der Verzicht auf eine flächige Betonstahlbewehrung spart nicht nur Stahl, sondern sorgt auch für einen schnellen Baufortschritt. Im Vergleich zu Wänden ohne Stahlfaserbeton kann die Anzahl der Fugen auf die Hälfte reduziert werden. Alternativ ist eine Ausführung mit Elementwänden möglich.

3. Abdichtungstechnik:
Als Fugendichtungen werden Fugenblechelemente und Rohrdurchführungen aus spezieller Herstellung durch Cemex verwendet. Diese entsprechen den Anforderungen der WU-Richtlinie und sind laut Hersteller seit Jahren im Kellerbau bewährt.

4. Qualitätssicherung:
Das Labor und die fachmännische Baustellenbetreuung von Cemex stellen sicher, dass das ausführende Unternehmen beim Einbau der Abdichtungstechnik und bei jeder Betonage eine optimale Ausführungsqualität erzielt.