baustoffPARTNER

Ausgabe September 2017

 

Wer die Wahl hat…

Faktenchecks und Positionspapiere, Appelle und Forderungskataloge – die Bundestagswahl hat sich nicht nur beim abendlichen Fernsehprogramm, sondern auch in reger Tätigkeit diverser Verbände und Organisationen bemerkbar gemacht: Da fordern die einen dieses, die anderen reklamieren jenes, während auf Kandidaten-Seite, zumindest dem Gefühl nach, nahezu alles und jedes versprochen wird.

Eine Wahlempfehlung ist indes in keiner der mehr oder minder platt-plakativ formulierten Mitteilungen zu finden. Zu komplex sind die Frage- und Problemstellungen, die Mittelstand, Handwerk, Umwelt- und Energiepolitik und überhaupt alle am Bau Beteiligten umtreiben. So viele Vorschriften wie nie, aber auch so volle Auftragsbücher wie lange nicht schaffen eine ausgeglichene Patt-Situation. Wer jetzt etwas zu meckern hat, klagt auf hohem Niveau, sollte man meinen… Diese Blöße gibt sich keiner, und so nimmt man verwundert davon Notiz, dass aus einem groß angekündigten, heißen TV-Duell dann ein doch eher lauwarmes TV-Duett wird.

Doch die vermeintliche Zufriedenheit täuscht, und wenn dieser Tage ein neuer Bundestag gewählt wird, sollte zumindest gewährleistet sein, dass er die Weichen für die Branche in Zukunft richtig stellen wird. Von Wiedereinführung der Meisterpflicht bis hin zur Senkung der Mehrwertsteuer für den Sozialen Wohnungsbau, der Stärkung des Mittelstands durch steuerliche Gleichstellung staatlicher oder kommunaler Betriebe bis zur Entsorgungspolitik bei HBCD-haltigen Dämmstoffen: Viele unserer momentanen Probleme scheinen hausgemacht, allerdings von verschiedensten Instanzen und innerhalb sehr unterschiedlicher Zeiträume.

Eine alte Weisheit sagt: Der Erfolg hat viele Väter. Den Boom in der Baubranche reklamieren folglich Vertreter aller Parteien gerne als eigenen Verdienst, wenn es um Erfolge und Erreichtes geht. Die Wahrheit liegt da wohl eher in einem alten Sprichwort: Man soll dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden.

Fast bescheiden möchte man sich wünschen, dass diejenige Partei gewinnen möge, die nicht unnötig neue Probleme schafft… Welche das sein könnte? Auch vom baustoffPARTNER gibt es keine konkrete Wahlempfehlung – zumindest raten wir Ihnen nicht zur Wahl einer bestimmten Partei. Sehr wohl geben wir die Empfehlung, überhaupt wählen zu gehen! Denn: Wer nicht seine Stimme abgibt, darf sich hinterher nicht beschweren.

In diesem Sinne herzliche Grüße

Jan Rieken