baustoffPARTNER

Ausgabe Juli 2018

 

Zusammen mehr erreichen

Die Zahl der Extremwetterlagen steigt und steigt: Immer öfter führen heftige Starkregen, Hagelschlag, Sturmböen oder gar Windhosen zu großen Schäden. Häufig ist es die Kombination aus mehreren Faktoren, die einzelne Landstriche erst in unerwarteten Fluten und dann im Chaos versinken lässt. Bei aller unterschiedlicher Ausprägung haben derlei Schadensereignisse eines gemeinsam: Sie treten sehr punktuell und regional auf, lassen sich also nur sehr schwer vorhersagen.

Entsprechend schwer fällt es, geeignete Schutzmaßnahmen zu treffen, um die enormen Schäden zu vermeiden und gewappnet zu sein, wenn der Dorfbach plötzlich zum reißenden Strom wird oder der angrenzende Berghang ins Tal rutscht. Doch die Erfahrungen zeigen: Hochwasserschutz ist mehr, als sich nur mit Sandsäcken und Wasserpumpen auszustatten. Es gilt – trotz anhaltenden Bau-Booms –, weniger Fläche zu versiegeln, damit Wasser versickern kann und sich nicht sammelt, bis daraus eine unkontrollierbare Flutwelle wird. Auch die vielerorts praktizierte Renaturierung von Fluss-Auen trägt dazu bei, dass bei Starkregen-­Ereignissen die Wassermassen dort gepuffert werden können und somit woanders keinen Schaden mehr anrichten.

Doch überall dort, wo sich die Bodenversiegelung nicht vermeiden lässt, sind clevere Konzepte gefragt: In den Innenstädten, die wachsen und größer werden und immer weniger freie Fläche bieten, auf denen der natürliche Wasserkreislauf ungehindert funktionieren könnte. Hier gilt es, im Einklang mit der Natur klug zu handeln – zum Beispiel mit Dachbegrünung, die für ein gutes Mikroklima sorgt, bedrohten Insektenarten einen Lebensraum bietet und vor allem Regenwasser verzögert abfließen lässt. Das Zauberwort heißt Retention.

Derartige Lösungen, die durch Begrünung ein Dach oder eine Fassade intelligenter machen, sind gefragt wie nie. Welche Möglichkeiten es gibt, zeigt zum einen der baustoffPARTNER in dieser Ausgabe anhand einiger gelungener Projekte und Beispiele. Zum anderen laufen überall die Vorbereitungen für die GaLaBau in Nürnberg, der weltweit wichtigsten Plattform für »Urbanes Grün und Freiräume«. Dort wird sich unter anderem der neu gegründete »Bundesverband GebäudeGrün« (BuGG e. V.) präsentieren, der im Mai aus der Fusion von »Fachvereinigung Bauwerksbegrünung« (FBB e. V.) und dem »Deutschen Dachgärtner Verband« (FBB e. V.) hervorgegangen ist.

Der neue Branchenverband mit insgesamt 315 Mitgliedsbetrieben hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Begrünung von Fassaden, Dächern und auch von Innenräumen erfolgreich voranzubringen. Auf der GaLaBau zeigt der BuGG auf einem 24 Meter langen Stand alles, was das Spektrum an Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung für Planer, Anwender und Bauherren zu bieten hat. Aspekte wie Absturzsicherung stehen dabei ebenso auf der Agenda wie Leckortung, Dämmung, Abdichtung und – natürlich (im Wortsinn) – Dachbegrünung.

Was sich darüber hinaus auf den Dächern dieser Welt abspielt, bringt Ihnen diese Ausgabe unter dem Top-Thema Dach mit Lösungen, Produkten und Projekten näher. Gemeinsam mit dem gesamten baustoffPARTNER-Team wünsche ich Ihnen in diesem Sinne eine anregende und aufschlussreiche Lektüre.

Herzlichst,

Chefredakteur
Jan Rieken