baustoffPARTNER

Ausgabe August 2018

 

Die Moden für den Boden oder: Jede, wie es ihr gefällt…

»Wir sind in der Fashion-Industrie – mit Fußböden!« Diesen Satz hat Bernhard ter Hürne, der als geschäftsführender Gesellschafter gemeinsam mit seinem Bruder Erwin ter Hürne das gleichnamige Unternehmen leitet, in einem Interview mit der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« (F.A.Z.) gesagt. Immer schneller wechseln die Trends, womit auch der Parkett-Spezialist vom Niederrhein zu kämpfen hatte. Und mit den neuesten Kreationen der Boden-Couturiers will nicht nur das Auge verwöhnt und das »Grüne Gewissen« beruhigt werden: Immer wichtiger für die Kunden sind auch individuell gestaltbare Oberflächen und die damit verbundene Haptik.

Heute sind Produkte mit veredelter Oberfläche durchaus etabliert. Auch Hersteller OSMO, in dieser Ausgabe mit einem »Blickpunkt« zum 140-jährigen Bestehen vertreten (ab Seite 12), bietet mit »Creativ-Dielen« nicht nur das volle Farbspektrum, sondern setzt sein Holzverarbeiter-Know-how für individuell wählbare Oberflächenbehandlungen ein, die von geschliffen und gebürstet über gealtert und sägerau bis zur geschroppten Haptik reichen – und das auf Wunsch sogar in Kombination untereinander.

So weit so gut: Die Auswahlmöglichkeiten sind also schier unermesslich. Wer aber will heute als Bauherr oder Planer wissen, ob die heute getroffene Entscheidung für einen extravaganten Boden auch morgen und übermorgen noch ihre Gültigkeit hat? Nicht nur die Trends, auch die Geschmäcker ändern sich (und in der heutigen Zeit ja auch nicht selten die Konstellation derjenigen, die auf und mit dem jeweiligen Boden leben). Auch darauf hat die Branche jetzt eine Antwort: Hersteller Agrob Buchtal bietet ein neues System für trocken aufzubringende Feinsteinzeug-Keramikfliesen, die nicht nur schnell verlegt, sondern ebenso schnell wieder rückgebaut sind. Vor allem im Handel sowie im Objekt- und Gastro-Bereich, wo der Bodenbelag größeren Belastungen ausgesetzt ist und öfter mal erneuert oder dem neuen Corporate-Design eines Shopbetreibers angepasst werden muss, bietet diese Lösung spannende Möglichkeiten – wie’s geht und was möglich ist, lesen Sie ebenfalls in dieser Ausgabe ab Seite 22.

Also muss, weil sich die Bodenhersteller immer wieder neu erfinden, auch die Wahl des Fußbodens heute keine Entscheidung mehr für die nächsten Jahrzehnte sein. Hersteller ter Hürne hat übrigens herausgefunden, dass beim Boden die Kaufentscheidung zu 90 % von Frauen getroffen wird. Die Kollegen von der F.A.Z. zitieren dazu Uwe Seeler: In seiner Ehe entscheide er die großen und seine Frau die kleinen Dinge. Welche Dinge groß und welche klein seien, entscheide wiederum seine Frau…

In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern, dass die Lektüre dieser Ausgabe mit dem Top-Thema »Boden« alle wichtigen Grundlagen parat hält und vor allem erhellend sein möge für bodenmäßige Entscheidungen – egal, ob sie nun groß oder klein sind.

Herzlichst

Jan Rieken